Nahwärme Windhaag bei Perg

Fakten

Standort:

Windhaag bei Perg

Leistung:

114 kWth

CO₂-Einsparung:

15,6t CO₂/Jahr

Jahresertrag:

73,3 MWh

Inbetriebsetzung:

2025

Entspricht:

1560 gepflanzte Bäume / Jahr

Ausgangssituation

Das Nahwärmenetz in Windhaag bei Perg versorgt seit dem Jahr 2008 rund 35 Gebäude mit umweltfreundlicher Wärme. Zu den angeschlossenen Verbrauchern zählen unter anderem öffentliche Einrichtungen wie das Gemeindezentrum, die Feuerwehr, die örtliche Schule sowie mehrere private Haushalte.  Das Wärmenetz wird derzeit durch zwei Hackgutkessel mit einer Leistung von 500 kW bzw. 320 kW betrieben. Die erzeugte Wärme wird in zwei Pufferspeicher mit einem Gesamtvolumen von 10.000 Litern eingespeist. Der jährliche Energieverbrauch des Netzes beträgt rund 1.400 MWh, wobei dieser witterungsbedingt saisonal schwankt.

Vision

Ziel ist die nachhaltige Erweiterung und Effizienzsteigerung des bestehenden Nahwärmenetzes durch die Integration von Solarthermie. Die Nutzung von Solarwärme soll den Anteil erneuerbarer Energie im Netz weiter erhöhen, die Abhängigkeit von Biomasse reduzieren und langfristig Betriebskosten sowie CO-Emissionen senken.

Das Konzept

Integration wurden Großflächenkollektoren mit einer Gesamtbruttofläche von 135,68 m², verteilt auf zwei Dachflächen mit Süd-Ost- und Süd-West-Ausrichtung. Diese doppelte Ausrichtung sorgt für eine gleichmäßige Wärmegewinnung über den Tag. Jedes Kollektorfeld wird unabhängig durch eine temperaturgesteuerte Pumpe betrieben. Die erzeugte Wärme wird über einen Wärmemengenzähler und einen Plattenwärmetauscher in die bestehenden Pufferspeicher eingespeist. Die Systemtrennung erfolgt durch den Wärmetauscher, wobei je nach Temperaturniveau die Wärme in einen der beiden Speicher eingebracht wird.

Ergebnisse und Nutzen

Durch die Einbindung der Solarthermie wird das Wärmenetz effizienter und nachhaltiger. Die Simulationsberechnung prognostiziert einen jährlichen Solarertrag von rund 62,3 MWh. Damit kann der Biomasseverbrauch gesenkt und der CO-Ausstoß reduziert werden. Die gleichmäßige Tagesverteilung der Solarwärme verbessert die Netzstabilität und entlastet die Kesselanlage. Insgesamt erhöht das Projekt die Versorgungssicherheit, reduziert Betriebskosten und ist ein wichtiger Schritt in Richtung klimafreundlicher Nahwärmeversorgung.

Ing. Michael Zellinger, MSc.

CEO